Grundsatz

1. Grundsatzfragen
2. Frieden
3. Basis-Gedankengut für interdisziplinäre Zusammenarbeit
4. Aktiv für den Frieden
5. Besucherkommentare

1. Grundsatzfragen

Was bedeutet Frieden?
Was hat das „Weltbild“ mit Friedensaktivismus zu tun?
Warum ist kreative Gewaltfreiheit die einzige Lösung?
Was kann jeder einzelne tun?

2. Frieden

Definition Frieden

Frieden (älterer Nominativ Friede, von althochdeutsch fridu „Schonung“, „Freundschaft“) ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg. Frieden ist das Ergebnis der Tugend der „Friedfertigkeit“ und damit verbundener Friedensbemühungen. (Wikipedia)

Grundsatz für Frieden ist Gewaltfreiheit

Schon deutlich bevor ich das Buch von Walter Wink las, entwickelte ich die Meinung, dass die Lösung, bzw. Frieden, nur mit Gewaltfreiheit erreicht werden kann. Jede Ordnung, die durch Gewalt erreicht wurde, kann nur durch Gewalt gehalten werden. In meinem Skript erwähnte ich Gandhi als Beispiel des 20. Jahrhunderts und als Ursprung der aktiven Gewaltfreiheit (letzteres ist nicht ganz korrekt).

Leider wird Gewaltfreiheit und Pazifismus heute noch oft belächelt, als wirkungslos angesehen, ausgeführt von bildungsfernen Schwächlingen. Der „Mythos der erlösenden Gewalt“ beherrscht die Mehrheit und vergiftet das Gedankengut.

Gewaltfreiheit ist alles andere als feige und nichts für „Feiglinge“. Sie ist keine Methode, persönliche Opfer zu vermeiden, sie verlangt im Gegenteil, dass wir Opfer bringen, als sie anderen aufzuerlegen. Kreativer, gewaltfreier, ziviler Ungehorsam ist der 3. Weg Jesu. Gewaltfreiheit verlangt ein Heldentum, das erstaunlich viele Leute bereit sind, auf sich zu nehmen.
Gandhi hat unermüdlich behauptet, dass man mit „..feigen nichts anfangen, aus einem gewalttätigen Menschen dagegen einen gewaltfreien machen könne.“ Natürlich muss man nicht zuerst gewalttätig sein.

Sehen Sie Gewalt unter Menschen als ein Naturgesetz, als alternativlos für unseren Fortbestand?
.. Ein klares Nein meinerseits. Momentan kann ich dies leider nicht in ein paar Zeilen begründen.

3. Basis-Gedankengut für interdisziplinäre Zusammenarbeit

Bedeutung des Weltbildes

Was beherrscht uns wirklich? Was ist/sind unsere Herrschaftssysteme? Nur ein Produkt der Entropie der Intelligenz? Ist es weltlich-materialistischer Natur oder geistiger Natur? Eine Kombination daraus? Was versteht man unter Gut und Böse? Was ist die Lebensform, die man sich wünscht auf Erden und welche Methode ist man bereit einzusetzen, um diese zu erreichen? Warum vernichten wir uns selbst?
Das Prinzip hat sich im Laufe der Menschengeschichte nicht geändert, doch heute reissen wir leider, dank der technologischen Entwicklung, den aktuellen Lebensraum der Erde, bzw. die Natur, mit „in die Vernichtung“.

Für die Beantwortung der oben erwähnten Fragen spielt das frei gewählte Weltbild eine wesentliche Rolle. Die Fragen bringen grosses Potential, sich darüber zu streiten und sich in Details zu verlieren. Der Streit um die Wahrheit lenkt vom eigentlichen Ziel ab! Müssen wir jetzt primär diese Fragen beantworten? Nicht das „Warum“ sollte im Vordergrund stehen, sondern Ziel muss die Veränderung sein.
Dafür reicht die Erkenntnis, dass etwas gewaltig schief läuft. Es gilt, Massnahmen für eine Veränderung zu definieren und umzusetzen.
Das „Warum“ sollte nicht Priorität haben.

Sondern…
– Prioritäten sollten auf die Zukunft gerichtet sein.
– Oberstes Ziel muss Frieden sein! Das Verhindern des 3. Weltkrieges der unmittelbar vor der Tür unserer Länder steht!
– Die Verwandlung der zerstörerischen Herrschaftssysteme (Geldsystem / Medien / Elitäre Struktur).
– Die Mittel müssen gewaltfrei sein.
– Dazu braucht es eine interdisziplinäre Zusammenarbeit

…Und für diese zukunftsgerichteten Aufgaben spielt das frei gewählte Weltbild eine untergeordnete Rolle!

Das heisst, es gibt die Chance, Menschen aus verschiedenen Fachbereichen, aus verschiedenen Gruppierungen, verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen, z.B. ein Quantenphysiker und ein Theologe, für gemeinsame Ziele zusammen zu bringen.

Die Kenntnis über die verschiedenen Weltbilder jedoch schafft eine Basis für die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Weltbildern.
Das alleine reicht nicht ganz aus, wichtig ist noch die Fähigkeit oder zumindest der Versuch, sein Gegenüber nicht als „schlecht“ einzustufen.
Die nachfolgende Grafik zeigt dies sehr einfach auf.
Sie zeigt die gedankliche Grundlage für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit!
Wir dürfen uns unterscheiden, auch in der Meinung.
Wichtig ist, dass man das Gegenüber versucht, ins Feld A einzuordnen:
7Othering
Quelle, „Die Welt erklärt in drei Strichen“

Zusammenfassend:
1. Zukunftsgerichtete Ziele
2. Kenntnis über Weltbilder
3. Bewusstes „Othering“, nicht verurteilen

4.Aktiv für den Frieden

Toleranz = Defragmentierung
Ich will nicht Einheit, nein, Vielfalt ist gut, auch in der Auslegung der Schriften. Aber ich will den Fokus auf die wesentlichen Ziele im Hier und Jetzt richten. Für einen Erfolg, bzw. um eine Grenzmasse aufwecken zu können, brauchen wir alle aktive Organisationen und Menschen. Mein grosser Wunsch, meine letzte Hoffnung besteht darin, dass sich die vorhandenen Organisationen vernetzen. Es gibt viele, nur stark fragmentiert. Wie beim Computer müssen sie sich defragmentieren (organisieren) um effizienter zu arbeiten! Nicht auflösen, sondern in eine zweckmässige Ordnung in Zusammenarbeit bringen. (Entgegen der Ideologie „teile und herrsche“)

Vereinigung der Kräfte, wessen Aufgabe?
Ich sehe den Frieden in Europa gefährdet. Wenn wir es zu weit kommen lassen, werden wir wenig Kraft und Mittel übrig haben dagegen anzugehen. Auch die Mittel, welche für auswertige Hilfe eingesetzt werden, auch diese werden zu Ende sein, wenn die „4 Winde“ Europa erreichen.

Ich sehe die Leitung als eine Grundaufgabe der „Institution Kirche“ (nicht Vatikan). Denn sie hat das Wissen über Geschichte und Religionen einerseits, anderseits besitzt sie ein grosses Netzwerk und die materiellen Mittel, die dafür nötig sind. Anhand der christlichen Werte müsste dies seit jeher eine ihrer Kernaufgabe sein!

Die Geschichte wiederholt sich! Die heutigen Kirchen bei uns haben ein gewaltiges Potential, dieser Wiederholung entgegen zu wirken! Ich sehe es als ihre zentrale Aufgabe, dies mit allen Mitteln zu tun.

(Es geht nicht um Regierungsaufgaben. Keine Angst, die operative Trennung zwischen Kirche und Staat sehe ich als eine wichtige Errungenschaft der Menschheit.)

Wie?

Ein guter Ansatz wurde bereits in der Ausgabe „reformiert.“ vom April 15 in einem anderen Kontext auf Seite 8 erwähnt.
Was mich sehr faszinierte, war die letzte Frage der Redaktion und die Antworten. Dies kongruiert stark mit meiner Erwartung an die heutige Kirche: So etwas wie, „..ein grosses Lehrhaus..“, “…einen grossen Tisch, und zwar ohne Kirchenbänke..“ zu errichten. Ziel des grossen Tisches sollte eine Plattform für einen interdisziplinären Austausch sein. (Formulierung von gemeinsamen Zielen, Basis für Wissenstransfer. )
Ich denke, zu Beginn sind Vertreter einiger wenigen Organisationen genügend. Es muss darauf geachtet werden, dass Menschen aus verschiedenen Bereichen ihr Wissen an den Tisch bringen. Finanz- Geldwesen, Börse und Rohstoffe, Medien, Politik, Soziologie, Geschichte und Religion. Den Fokus sehe ich primär in der Friedensförderung bzw. in der Verhinderung des nächsten grossen Krieges in Europa, welcher nur durch ein Wandel der aktuellen Herrschaftssysteme erreicht werden kann.
Organisatorisch und konzeptionell ist dies sicher eine grosse Herausforderung. Die Institution Kirche hat jedoch viele gut ausgebildete und fähige Leute.

Das sollte getan werden, bevor andere finanziell unterstützte Gruppierungen mit einfachen Parolen radikalisierend auftreten.
Das wird geschehen, früher oder später sicher auch bei uns.

Zusammenfassend:
Damit die bereits vorhandenen Kräfte gebündelt werden, muss „jemand“ die Leitung, bzw. die interdisziplinäre Organisation und Mediation übernehmen.

Persönliche Zusammenfassung

Ist /Ursache – Der Materialismus als Weltbild kann die heutigen Probleme nicht erklären. Der Materialismus konzentriert sich nur auf das Sichtbare und Messbare, basiert auf Verstand und sog. Vernunft. Dieses Weltbild (der Medien und Politik und der meisten Wissenschaften) schafft grosse Verwirrung, weil die Ursachen nicht erkenntlich sind. Denn die Ursachen sind zwingend auch in der geistigen Dimension zu suchen. Mehrdimensional (Grundsatzfragen).

– Die Erkenntnis über Gut und Böse und als Folge richtet der Mensch. Aus Vernunft und Verstand wird „gut“ gerichtet.

– Die geistige Verwirrung der Massen ist kein Zufall. Nein, es ist Ziel. Das Werkzeug der Manipulation sind die Massenmedien, die alles andere als frei und differenziert sind:

1. Das Verhalten der Massen, Massenpsychologie, ist wissenschaftlich erfasst und ist als Werkzeug – als Waffe- seit den Weltkriegen verfügbar. Heute in kaum fassbarere Effizienz angewendet.

2. Die meisten Menschen sind Opfer der Propaganda und der Verblendung. Die Menschen sind nicht mehr fähig, ihren Intellekt und ihren Geist für die unbeeinflusste Meinungsbildung zu verwenden. Die Ursachen und grössere Zusammenhänge sind nicht mehr erkenntlich, bzw. werden nicht erkenntlich gemacht.

Geldsystem=Raub. Die Wurzel allen Übels ist das Geldsystem. Es steht über allen anderen Systemen. Geld regiert die Welt.

Ziel /Veränderung – Oberstes Ziel; kein Krieg in Europa „geschehen“ lassen. Wir stehen kurz vor einer Eskalation.

– Auflösung der „Feindbilder“! – Bewusstsein der wahren Metapolitik bzw. den Regeln der Macht; Wie kann man in einer feindlichen politischen Umwelt erfolgreich sein, namentlich die Macht erwerben, sie erhalten und zu Grösse steigern?

Keine Grossmacht hat das Interesse, eine andere Grossmacht entstehen zu lassen, oder sie gar zu fördern.

– Bildung einer Allianz, die das Ziel hat, die Notbremse zu ziehen! Klarheit zu schaffen. Nach der Regel der Gewaltlosigkeit. Das heisst mutig sein und Stellung beziehen. Das oberste Ziel muss es sein, das aktuelle unmenschliche und perverse Geldsystem zu ändern. Die Finanzaristokratie oder bereits Feudalherschafft zu entmachten. Basis schaffen für eine interreligiöse Zusammenarbeit. Gleiche Ziele definieren und nicht um Meinungsverschiedenheiten streiten. Es gibt sehr viele Menschen unterschiedlicher religiöser Prägung die bereit sind, aktiv zu werden. Plattform für aktive Gleichgesinnte bilden. Basierend auf verbindenden Werten (z.B. christliche Werte aber ohne religiöse Dogmen)

Massnahmen – Kenntnis über die Herrschaftssysteme schaffen

– Bedeutung der Herrschaftssysteme

– Aufklärung, Geschichte, Religion, Geld ..

– Lösung anbieten, Mehrdimensional! (Komplex)

– Lehre der aktiven Gewaltfreiheit verbreiten und lernen.

– Fragmentierung stoppen (teile und herrsche)

– !Übersicht über bestehende Organisationen schaffen!

Mittel – Bestehende Vereinigungen und Organisationen

– Bestehende Netzwerke

– Bestehendes Wissen

– Mehrdimensionale Kraft der Gemeinschaft

–  Internet / Alternativmedien/ kirchliche Printmedien

– Kreative Gewaltfreiheit, Training nötig. (Theologie der Gewaltfreiheit von W. Wink)

-> Die Reichweite und die Mittel der Kirche nutzen. Position beziehen. (Moderne Reformation?)

Wirkung/Bedingung – Leidensbereitschaft, Veränderung des Status quo

– Bereitschaft diffamiert zu werden

– Abbau von Selbstgerechtigkeit und Zwiespalt. Seit 50ig Jahren haben wir gegenüber den sogenannten Schwellenländern und gegenüber den bewusst benachteiligten und bekriegten Ländern die Rolle des alten Roms eingenommen. Wir sind nicht einfach „die Guten!“ – Gedankengänge in diese Richtung bedeuten sehr viel für die eigene Meinungsbildung und für das Selbstbild.

5. Besucherkommentare

4 Comments

  • Nicole on Nov 30, 2017

    Lieber Niccolo

    warum nur hast Du soviel geschwiegen am Friedenssymposium – Du hättest so Vieles und Interessantes zu teilen gehabt wie sich mir ein weiteres Mal bestätigt…
    Herzlichen Dank fürs Buch und ebensolche Grüsse
    Nicole (die mit dem Hund)

  • Hier on Mai 02, 2017

    Guten Tag. Ich bin per Zufall hier gelandet. Aber dennoch möchte ich ihnen ein Kommentar
    da lassen, da ich ihren Weblog äußerst informierend
    finde.

    Auch ihr Entwurf ist sehr sympathisch.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Hansruedi Bolliger on Sep 01, 2016

    Lieber Niccolo, danke für Deine wertvollen Gedanken, die ich weitgehend teile. Ich versuche vieles davon sichtbar und erfahrbar zu machen mittels Architektur und Städtebau.
    Auf eine gute Zusammenarbeit.
    Hansruedi Bolliger Arch. ETH SIA SOFAS

  • Thomas Bornhauser on Aug 15, 2016

    Lieber Niccolo, zunächst ein grosses Kompliment für deine Website und all deine wertvollen Gedanken! Als Pfarrer freut es mich, dass du den Kirchen eine so wichtige Rolle auf dem Weg zum Frieden zugestehst. Ich bitte dich, dran zu bleiben und deine Gedanken im Blick auf die Aufgaben der Kirchen noch weiter zu konkretisieren. Ich werde dann gerne mithelfen, das umzusetzen, was in meinen Möglichkeiten liegt!

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