Realwirtschaft

1. Grundsatzfragen
2. Hintergrundinformationen
3. Persönliche Antworten
4. Konsequenzen für das individuelle Verhalten
5. Besucherkommentare

1. Grundsatzfragen

Finanzwirtschaft vs. Realwirtschaft, wer dient wem?
Warum haben wir einen Wachstumszwang, wo ist (oder war) die Grenze?
Warum zerstört das heutige System die Erde?
Ist der Kapitalismus als System Schuld an der Misere?
Reicht die Erde für alle?
Sind wir wirklich alternativlos?

2. Hintergrundinformationen

Primär verweise ich auf die beiden Buchtipps im Kapitel „Finanzwirtschaft“.

Die Geldvolumen der Finanzwirtschaft sind um ein ca. 300-Faches grösser als die der Realwirtschaft. Die Finanzwirtschaft bestimmt die Realwirtschaft. Es müsste genau umgekehrt sein, so dass die Finanzwirtschaft den Interessen der Realwirtschaft dienen würde. Die Systemfehler, die es soweit brachten, sind nicht zufällig entstanden und erst recht nicht alternativlos!

Auszug aus einem Gratisbuch

Uwe Burka, „Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung für Mensch und Natur“
Gratis Download und gratis Buchbestellung www.aktivZUKUNFTsichern.com

Dies ist kein Fachbuch, aber gratis und sehr empfehlenswert. Wie immer muss man nicht mit allen Aussagen einverstanden sein.
Da es ausdrücklich erlaubt ist, die Inhalte zu nutzen, verwende ich hier einige Bilder aus dem Buch (die Titel sind von mir).

Destruktive Wachstumsziele verursachen eine destruktive Globalisation

Destruktiv

Muss Globalisation zwingend destruktiv sein?
Hinweis: Erklärung von Bern, für eine gerechte Globalisation https://www.evb.ch/

Die Finanzgeschäfte saugen die Mittel ab

2 Finzgeschäfte - Mensch

Eine Hauptursache der Umweltzerstörung

3Agrochemie

Uwe Burka ist spezialisiert auf „biologisch-dynamische Landwirtschaft“ und zeigt auf, dass die Vergiftung der Böden nicht nötig wäre. Es könnten alle Menschen ernährt werden.
Übrigens, Humus bindet und wandelt CO2 in der Photosynthese um, wie die Pflanzen.

Ergänzender, sehr lesenswerter Artikel: „Wie die industrialisierte Landwirtschaft die Umwelt zerstört“ ; http://www.nachdenkseiten.de/?p=29219

<h3Persönlicher Umgang mit Geld

(Text Uwe Burka)
„Was ist mein persönliches Verhältnis zu den „Kräften“ des Geldes? Wie sagt man so schön: „Wessen Geisteskind Du bist, erkennt man am besten an der Art, wie Du mit dem Geld umgehst.“ Und auch sagt man, wenn jemand unkontrolliert zu viel kauft: „Den hat die „Kaufwut“ gepackt“.
Auf die Größe und Qualität unseres Bewusstseins, unseres Geistes kommt es an, damit wir Geld richtig verstehen und damit umgehen können. Und hier, bei der Qualität unseres Bewusstseins liegt das Tor für alle möglichen positiven wie negativen Einflüsse auf das Geld.

Der heutige allgemeine unbewusste Umgang mit dem Geld öffnet sehr weit dieses Tor für die fragwürdigsten Versuchungen, auch „Mammon“ genannt. Nur der bewusste Mensch kann als Wächter an diesem (Bewusstseins-)Tor stehen.
Den Finanzmarktstrategen und Politikern mit ihrem verbreiteten Macht- und Profitstreben scheint allerdings dieses verantwortliche Bewusstsein über das Geld zu fehlen. Ihnen allein weiter die Ordnung über das Geld zu überlassen, führt zunehmend zu Ungerechtigkeiten, Nuturzerstörung, Krisen, Kriegen, Zusammenbrüchen, also in die Sackgasse. …

…Auch, wenn ich nur wenig Geld habe, kann ich bewusst bestimmen, was ich damit kaufe, wem ich mein Geld leihe oder wem ich es schenke! Diese drei Bereiche müssen wir lernen, bewusst von ihren verschiedenen Bereichen zu unterscheiden:
-Beim Einkaufen, z.B. von Lebensmitteln, bestimme ich, ob die ca. 2200 m2 landwirtschaftliche Fläche, die für meine Ernährung bearbeitet wird, mit Chemiegiften weiter zerstört wird oder durch Bioernährung wieder gesundet. Auch kann ich bei jeder Kaufentscheidung mitbestimmen, ob die Menschen, die meine Bedürfnisse befriedigen, genug für ihren Lebensunterhalt bekommen.
-Beim Verleihen meines Geldes (fälschlicherweise „Sparen“ genannt) bestimme ich, ob eine Bank mit meinem Geld weiter menschenausbeutend spekuliert oder ob ich privat oder über eine alternative Bank jemandem z.B. bei der Entwicklung einer positiven Geschäftsidee oder ökologischen Renovierung helfe.
-Und ich bestimme, ob ich einen Teil meines Geldes verschenke, z.B. für ein Seminar, für ein Kind in einer freien kreativen Schule oder zum „Freikauf von Agrarland“! So erhebt sich (stirbt) mein Geld in die „Zukunftssäulen: Geist und Natur“ hinein. Nach diesem „Erheben“ des Geldes in die Kultur (inkl. Bildung und Naturaufbau) findet das Geld wieder den Weg zurück (reinkarniert) in die Kaufgeldsphäre. Z.B. bekommen Schulen Schenkgelder und bezahlen davon Lehrer, die wiederum Brot kaufen.

4 Umagang Geld- tiere

3. Persönliche Antworten

Das Kapital lenkt die Wirtschaft

Wenn in zentrale Energiequellen investiert wird, werden Kraftwerke gebaut.
Wenn in fossile Brennstoffe investiert wird, werden diese abgebaut und genutzt – bis zur Vergasung.
Wenn in Stahl investiert wird, hat auch jedes Auto eine Stahl- oder Blechverkleidung.
Wenn in Öl und Ölförderung investiert wird, wird es bis zum letzten Tropfen gefördert und verbraucht.
Wenn sich der Bau mit Beton etabliert hat, wird die Ressource Sand bei Knappheit vom Meeresboden abgesaugt.
Wenn in Biodiesel investiert wird (sogar staatlich), werden Ländereien oder gar Länder günstig „gekauft“, Menschen vertrieben und Monokulturen angebaut.
Wenn mit Nahrungsmittelhandel verdient wird, wird das gemacht, ohne Rücksicht, egal wer darunter leidet oder stirbt (ist ja gut gegen die Überbevölkerung).

Die Börse in heutiger Form scheint mir ein Instrument zur modernen Anwendung von „Hunger als Waffe“ und zur Klassifizierung der Bevölkerungsschichten. Wenn sich ein Markt oder ein Industriebereich etabliert hat, wird es fast unmöglich, diesen zu ändern. Auch wenn es absehbar ist, dass Lebensräume für die Natur, Mensch, Tier und Pflanzen sehr rasch zerstört werden.

Das Ziel ist immer Wachstum, Stagnation ist negativ. Die Wertschöpfungskette, welche Umsatz und Gewinn beeinflusst, kann dank unserem System nicht einfach verkleinert werden. Es besteht kein Anreiz, ein Produkt oder eine Dienstleistung freiwillig, revolutionär zu vereinfachen und zu vergünstigen, auch wenn es für das Wohl der Menschen wäre! Das ist eine wichtige Erkenntnis und ein fataler Markt- und Systemfehler! Für manche Branchen wäre ein Wandel ihr Untergang (z.B. der Energiebranche, von zentral zu dezentral).

Die Grosskonzerne können heute, in Zusammenarbeit mit Politik und sogar mit Militärs, ihre Interessen durchsetzen. Konkurrenz oder neue Technologien und Möglichkeiten, die nicht ihrem Plan entsprechen, werden im Keim erstickt.

Geldflussmodell

Ein sehr gelungenes vereinfachtes Modell von Uwe Burka. Es geht hier primär um die Erkenntnis, dass es möglich ist, eine Realwirtschaft mit einem Geldfluss zu schaffen, welche positive Wirkungen auf die Erde und auf die Menschen haben kann.

5 Geldflussmodell

Dafür ist folgende gedankliche Ausgangslage zwingend:
Es ist nicht die Erde, die über mangelhafte Mengen an Nahrung und Ressourcen verfügt. Der Mangel ist einerseits ein systematisches Verteilungsproblem, anderseits wird er von zerstörerischen und verschwenderischen Systemen „geschaffen“.

Siehe „Gesetz der Notwendigkeit“ in Kapitel Metapolitik.

Aktuelle Initiativen zum Thema

Diese Initiativen sollten unterstützt werden:
Spekulationsstopp
http://spekulationsstopp.ch/argumente/

Konzernverantwortungsinitiative
http://konzern-initiative.ch/

Die Wirtschaft wurde globalisiert und wird von der „Wirtschaftsmacht“ gelenkt. Die Rechtsstaatlichkeit blieb länderbezogen. In Bezug auf die globale Wirtschaft bzw. auf die Weltkonzerne ein fundamentales Problem, weil sie faktisch und mit diversen Fallbeispielen bewiesen, nicht mehr klagbar sind.

Sie bewegen sich, mit Hilfe ihrer undurchsichtigen Verschachtelungen, mehr oder weniger in einem rechtsfreien Raum.

Auch die sogenannten internationalen Soft Law`s, wie zum Beispiel die UNO-Leitprinzipien der Menschenrechte, sind nicht durchsetzbar. In diesem Gefüge der privaten Weltkonzerne sind sie nichts als schöne Worte.

Über die Schweiz laufen ca. 40% des globalen Rohstoffhandels. Die Schweiz hat somit einen sehr grossen Einfluss und eine sehr grosse Verantwortung sich dieser Thematik zu stellen.

Grundsätzlich ist vieles im OR und ZGB geregelt, es braucht nur eine Umsetzung der Gesetze. Auch mit dem Aktiengesetz wäre viel zu regeln oder umsetzbar. In den letzten Jahrzenten wurden durch die Wirtschaftslobby alle „schädlichen“ Vorstösse verhindert.

4. Konsequenzen für das individuelle Verhalten


Als Konsumenten haben wir einen Einfluss darauf was gekauft und somit was produziert wird.
Wenn wir versuchen bei jedem Produkt, das wir kaufen, den Herstellungsprozess vor dem inneren Auge vorzustellen, wird sich höchstwahrscheinlich das Kaufverhalten ändern. Wir werden nach Alternativen suchen, die das Bedürfnis decken und ökologisch und sozial tragbar(er) sind.

Für unseren täglichen Nahrungsbedarf werden wir beginnen, die regionalen Produkte den Massenprodukten der gesichterlosen Monsterkonzerne vorzuziehen.

5. Besucherkommentare

2 Comments

  • Oliver Schib on Apr 23, 2017

    Viele spannende Gedanken und lesenswerte Quellen!

    „Es ist nicht die Erde, die über mangelhafte Mengen an Nahrung und Ressourcen verfügt. Der Mangel ist einerseits ein systematisches Verteilungsproblem, anderseits wird er von zerstörerischen und verschwenderischen Systemen „geschaffen“.“

    Die Ressourcen auf der Erde sind begrenzt. Unlimitiertes exponentielles Wachstum in Weltbevölkerung, Ressourcenextraktion, Umweltverschmutzung, etc. wie wir es heute beobachten, muss diese Grenzen *zwangsläufig* irgendwann überschreiten.
    Der beschriebene ‚Mangel‘ ist also keineswegs nur ein Verteilungsproblem, sondern eine physikalische Tatsache.
    Etwas präziser ausgedrückt: einerseits wird es nicht möglich sein, die aktuellen Extraktionsraten von Rohstoffen, zum Beispiel Erdöl, noch lange aufrecht zu erhalten, geschweige denn noch weiter (exponentiell!) zu erhöhen. Andererseits wächst die ‚Nachfrage‘ nach Rohstoffen, getrieben unter anderem durch das Wachstum der Weltbevölkerung, exponentiell weiter. Dies führt zwangsläufig zu Situationen, die man als Mangel beschreiben kann.

    Interessant ist, wie mit dieser Situation umgegangen wird. Die Schuld dem Planeten zu geben ist vollkommen absurd. Was man beobachten kann ist, dass die Schuld einzelnen Menschengruppen gegeben wird. Diese werden dann in Armut, Hunger und Elend getrieben durch die Anwendung von Sanktionen, Gewalt und Krieg. Währenddessen ändert sich an den Wachstrumstrends nichts.

    Ein haushälterischer Umgang mit Ressourcen sowie ein friedliches Zusammenleben der Menschen untereinander sowie mit allen anderen Geschöpfen der Erde würden es jedoch ermöglichen, dass viele Menschen über einen langen Zeitraum auf dem Planeten leben uns sich entfalten können. Das unkontrollierte Wachstum ist gerade die Manifestation eines zerstörerischen Systems!

    In diesem Sinne ist es nötig, die beschriebenen zerstörerischen Wachstumstrends
    1. offen zu diskutieren
    2. aufzugeben!

  • Silas Bosco on Feb 28, 2016

    https://www.youtube.com/watch?v=ezxs9lTxC9E

    Sehr schön erklärt, warum die fehlenden Lohnerhöhungen (eigentlich ja die fehlende Partizipation der Arbeiterklasse an den steigenden Gewinnen) zu den heutigen Problemen in der Wirtschaft geführt haben.

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