Metapolitik

1. Grundsatzfragen
2. Hintergrundinformationen
3. Persönliche Antworten
4. Konsequenzen für das individuelle Verhalten
5. Besucherkommentare

1. Grundsatzfragen

Was ist Geopolitik?
Was ist die Basis der Interessenkriege?
Was bewirkt die Erkenntnis des „objektiven Mangels“?
Wie haben die Weltkriege unsere Systeme verändert?
Warum wiederholt sich die Geschichte?
Was ist Ihre eigene politische Wahrheit, welche Rolle sehen Sie in der USA, EU, NATO, IWF und Weltbank?
Sind wir, der Westen, einfach die Guten?

2. Hintergrundinformationen

Definition Geopolitik

Geopolitik, ein seit langem in der Geographie und in Nachbarwissenschaften (Geschichts- und Politikwissenschaft) angesiedeltem, interdisziplinär ausgerichtetem Fachgebiet, das im Erkennen der räumlichen Bedingungen eine wichtige Voraussetzung für die Erklärung politischer Strukturen und Prozesse besonders im internationalen Kontext ansieht. Der Begriff Geopolitik ist durch den schwedischen Staatsrechtler Rudolph Kjellen Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt geworden, obwohl eine der Geopolitik entsprechende Denkrichtung lange zurückverfolgt werden kann (Militärgeographie).

In den USA haben beispielsweise geopolitische Überlegungen eine wichtige Rolle zur Formulierung außenpolitischer Positionen geführt. Mackinders Heartland-These hat durch N. Spykmans Arbeiten und Einfluss das Konzept des Containment mitbegründet, durch das die USA die Begrenzung der territorialen Einflusserweiterung an den Grenzen der UdSSR und des Warschauer Paktes erreichen wollten. Auch die Domino-Theorie, die das US-amerikanische Eingreifen in Vietnam und Mittelamerika beförderte, ist ein Beispiel für die Bedeutung geopolitischer Denkmuster. Besonders in Kreisen der Militärs ist die traditionelle geodeterministisch orientierte Geopolitik nach wie vor lebendig. Jedoch haben sich in den letzten Jahren auch verschiedene andere Strömungen etabliert. Drei Richtungen stehen stellvertretend für die derzeitige Breite: a) Geopolitik als Untersuchung internationaler Beziehungen unter lagebezogenen Gesichtspunkten. Diese Richtung modernisiert die traditionelle Perspektive, indem sie einerseits die deterministisch-organizistischen Sichtweisen aufgibt, andererseits durch die Benennung sicherheitspolitisch relevanter Krisenregionen eine geostrategische Grundorientierung aufrecht erhält. b) Kritische Geopolitik als dekonstruktivistische Forschungsrichtung, die sich mit den vorherrschenden geopolitischen Diskursen in ideologiekritischer Absicht auseinandersetzt (Dekonstruktivismus). c) Die Politische Ökonomie internationaler Beziehungen, in der ein Zentrum-Peripherie-Verhältnis im Staatensystem (Zentrum-Peripherie-Modell) angenommen wird, das gleichzeitig Machtbeziehungen ausdrückt. Das kapitalistische Weltsystem sei demnach durch Hegemonialmächte und durch Institutionen wie Weltbank oder IWF geprägt.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung des Ost-West-Gegensatzes hat der Begriff Geopolitik und die mit ihm verbundene Diskussion um räumliche Aspekte der Weltordnung stark an Bedeutung gewonnen. Auch in Deutschland ist eine Wiederbelebung geopolitisch motivierter Untersuchungen festzustellen. Zweifelhaft ist allerdings, ob die genannten neueren Forschungsrichtungen und die Auseinandersetzung mit neueren Themen (z.B. Geoökonomie) ein eigenständiges wissenschaftliches Fachgebiet begründen werden.
(Quelle)

Wie wird Geopolitik im Grundsatz umgesetzt?

Wie kann man in einer feindlichen politischen Umwelt erfolgreich sein, namentlich die Macht erwerben, sie erhalten und zu Grösse steigern? Das war bereits die zentrale Frage im Buch „der Fürst“ von N. Machiavelli (16. Jahrhundert)

„Der später geprägte Begriff Machiavellismus wird oft als abwertende Beschreibung eines Verhaltens gebraucht, das zwar raffiniert ist, aber ohne ethische Einflüsse von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl als Ziel sieht. Sein Name wird daher heute häufig mit rücksichtsloser Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel verbunden.“
(wikipedia)

Genau diese rücksichtslose Machtpolitik wird heute in Reinkultur global angewendet.

Wessen Ziele werden verfolgt?

Militärbündnisse und ihre Imperien definieren Ziele und versuchen diese umzusetzen.

Die Militärs unterstehen einer eigenen „Regierung“, der militärisch industrielle Komplex ist mit der Hochfinanz verbandelt und funktioniert heute autonom für die Erreichung ihrer Ziele. Der militärisch industrielle Komplex und die Hochfinanz handeln unabhängig von den Interessen der Völker und ihrer Politik.

Diese Tatsache wird im Arte-Dokumentarfilm ersichtlich:
Täuschung – Die Methode Reagan // Arte Doku 2015
Das aufgearbeitete Beispiel spielte sich im letzten Jahrhundert ab.

Die langfristigen Ziele werden von Geostrategie-Experten und Berater der USA offiziell erklärt. Es ist sehr erstaunlich, oder eher schockierend, dass solche Quellen nie in öffentlichen Medien diskutiert oder mit den aktuellen Entwicklungen in Verbindung gebracht werden!
Hier zwei ganz grosse Namen und entsprechende Links dazu.

Zbigniew Brzeziński:
In seinem Buch Die einzige Weltmacht (1997) begründet Brzeziński die geopolitische Strategie, die die USA als – nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion – erste, einzige und letzte Weltmacht seiner Meinung nach einschlagen sollten: den eurasischen Kontinent unter ihrer Kontrolle zu halten und rivalisierende Bestrebungen zu verhindern, die die Machtstellung der USA gefährden könnten.

George Friedman:
Stratfor (Strategic Forecasting, Inc), Vortrag am „The Chicago Council on global affairs” (2015)
https://www.youtube.com/watch?v=vln_ApfoFgw
Der Link führt zu einem 30-minütigen auf Deutsch übersetzten Ausschnitt.
„Das Hauptinteresse der US Aussenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“

Aktuelle Geopolitik

Nicht mehr wegzudenken in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten, ist der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser. Hier zwei sehr aufschlussreiche Vorträge:
Die NATO und ihre Geheimarmeen (Uni Basel 2009)
Regime-Change in der Ukraine: Wer steckt dahinter? (2015 Kino Babylon Berlin)
Viele weitere Beiträge direkt auf der Seite seines Instituts

Eine eher neue Erkenntnis, welche aber ein wichtiges Puzzle-Teil sein könnte, sind die Ressourcen im Mittelmeer:
Mit offenen Karten, Gerangel um Erdgas im Mittelmeer“

Der Nahost-Konflikt erklärt von Michael Lüders (Vortrag zu seinem Buch):
Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet.
…sehr empfehlenswert…!!!

Geo-Engineering

Definition:
Als Geo-Engineering werden technische Eingriffe in biogeochemische oder geochemische Kreisläufe der Umwelt bezeichnet. Ziel ist es, z.B. auf diese Weise dem Klimawandel oder der Versauerung der Weltmeere entgegen zu wirken.
(Quelle)

Methoden des Geo-Engineering gelten auch als Mittel oder als Werkzeug, geopolitische oder andere Ziele umzusetzen.
Auf dieses Thema kann ich jedoch nicht weiter eingehen. Ich habe nicht die Kompetenz, die verschiedenen Theorien zu werten oder ihre Glaubhaftigkeit zu prüfen.

3. Persönliche Antworten

Das Basis-Gedankengut für geopolitische Ziele

Die Idee vom objektiven Mangel und dem daraus resultierenden „Gesetz der Notwendigkeit“ sehe ich als Basis- Gedankengut für heutiges und früheres politisches Handeln. Hier beginnt der Mensch aus Vernunft zu handeln und zu richten. Die Fähigkeit vom „richten über Gut und Böse“ hat in diesem Zusammenhang eine sehr wesentliche Bedeutung. Die Umsetzung vom „Gesetz der Notwendigkeit“ bedingt eine Klassifizierung von Menschen. Beispiel: von nicht lebenswert, Arbeiter/Dienstleister, Begünstigte /Elite.

Das Gesetz der Notwendigkeit:
Pfarrer Thomas Malthus veröffentlichte 1798 die erste Version von „An Essay on the Population, as it Affects the Future Improvement of Society“ und überarbeitete sein Lebenswerk bis 1833 mehrmals. Er hatte in seinem Leben viel Armut gesehen. In London herrschte zu dieser Zeit ein empörendes Schauspiel des Elends. Elendsviertel, Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger und Unterernährung, Alkoholabhängigkeit und Prostitution waren Tagesordnung in der „unteren“ Bevölkerungsschicht. Daraus entstand eine seiner Hauptfragen „wie lassen sich die Massen dieser Schicht und ihre zahllosen Kinder ernähren, ohne die Versorgung der ganzen Gesellschaft zu gefährden?“. Malthus erschuf das „Gesetz der Notwendigkeit“. Im Wesentlichen hat es die Aussage, dass der Platz auf der Welt beschränkt ist, dass Gott in seiner Gnade nicht den nötigen Platz und die Möglichkeit der Ernährung für alle in einer schnell wachsenden Gesellschaft geschaffen hat. Not und Elend ist ein natürliches Mittel der Natur, sich in diesen Grenzen zu halten. Nach Malthus sind „Sozialgesetze schädlich… Sie ermöglichen den Armen, Kinder in die Welt zu setzen. ..Die von der Natur verhängte Strafe dafür, dass der Arme noch mehr Arme zeugt, ist Leid und Elend… Naturgesetze sind auch Gottesgesetze.“

Ist es nicht erstaunlich, wie früh diese Erkenntnis des Mangels geschaffen wurde und unsere Politik (oder Elite) und somit die Geschichte prägte?
Es mag zurzeit von Malthus, welche vor der Entdeckung des Erdöls war, oder auch in heutiger Zeit nach 50 Jahren struktureller Zerstörung von Land, Luft und Wasser, objektiv-vernünftig erscheinen, dass die Welt nicht für alle reicht. Die Idee der „Überbevölkerung“ erscheint logisch.
Diese geschaffene falsche Wahrheit, „Die Erde reicht nicht, um allen Menschen genug Nahrung zu geben“, sitzt heute sehr tief in uns drin. In regierenden und in jedem von uns, weil es uns so eingetrichtert wird. Diese Prophezeiung scheint aktiv umgesetzt.
Ich konnte erst 2013 von dieser falschen Wahrheit loslassen.
Es ist nicht die Erde, die über mangelhafte Mengen an Nahrung und Ressourcen verfügt. Der Mangel ist einerseits ein systematisches Verteilungsproblem, anderseits wird er von zerstörerischen und verschwenderischen Systemen „geschaffen“.

Ein Basis-Werkzeug zur Umsetzung geopolitischer Ziele

(Diese Aussagen verfasste ich im 2014, vor der sog. Flüchtlingswelle und vor der medialen Omnipräsenz des IS!)

„Nie tun Menschen Böses so gründlich und glücklich wie aus religiöser Überzeugung.“ Zitat Blaise Pascal (1623-1662)

– Diese alte Weisheit von Blaise ist leider nicht vergessen gegangen, im Gegenteil, sie wird seit jeher als Werkzeug für die Manipulation angewendet. Wir betrachten uns als aufgeklärte Gesellschaft – sind wir nicht! Radikalisierung auf religiöser Ebene funktioniert noch immer einwandfrei.

– Der „Clash of Civilizations“ – Kampf der Kulturen bzw. der Religionen – ist die Maske der andauernden Ressourcenkriege!

Die Welt befindet sich in einem Ressourcenkrieg, nicht in einem Glaubenskrieg. Die Radikalisierung der Religionen ist beabsichtigt, um abzulenken, um zu täuschen und um Menschengruppen zu mobilisieren. Es herrscht ein Kampf um die Ressourcen, resultierend aus der „Erkenntnis des Mangels“. Diese Lüge, „die Welt reicht nicht für alle“, generiert naturgemäss ein Rivalitätsdenken. Sie generiert den Drang nach Macht, damit in Zukunft für die eigene Gruppe möglichst viele Optionen vorhanden sind, und sie bedingt einen Vorsprung gegenüber den Konkurrenten.
Dieses Gedankengut erklärt, warum es nie die Idee war, ein System zu schaffen, das allen Menschengruppen dient oder „zum Wohle aller“ ist; sondern letztendlich zur Unterdrückung der unerwünschten Mitesser dient.
Ausserdem fördert die „Erkenntnis des Mangels“ Angst, Angst vor Mangel. Aus Angst entsteht Gier. Gier ist ein Produkt von Angst oder von absolutistischen Machtansprüchen!
Dieses Gedankengut ist eine Basis des „Othering“. Eine Elite, die sich als „besser“ sieht, die Menschheit und die Erde „retten“ will, einen weiteren „Führer“ bringen wird. Hilfsmittel ist eine religionsfreie „Weltgemeinschaft“, die nicht auf Mitgefühl, sondern auf Macht und Unterdrückung aufgebaut ist.
UNO Charta hin oder her, in Wirklichkeit sieht die Welt nicht entsprechend den schönen Worten aus. In Wirklichkeit entspricht das Geschehen der Welt eher den Regeln der Macht, beziehungsweise der Frage: Wie kann man in einer feindlichen politischen Umwelt erfolgreich sein, namentlich die Macht erwerben, sie erhalten und zu Grösse steigern?

Das beschriebene Gedankengut erklärt auch den aktuellen und den noch kommenden Kampf gegen die wahren Gläubigen (Christen, Juden und Muslime usw.).Unter wahren Gläubigen verstehe ich Menschen, die sich mit der Botschaft auseinandersetzen und in diesem Geiste denken und handeln. Diese Menschen sind oder werden die Feinde der „Fürsten der Erde“. Ein grosses Teilziel ist die Abschaffung oder Neutralisierung der heutigen Religionen und ihren ursprünglich friedlichen und zielführenden Botschaften. Seit dem Jahr 2014 ist wieder zu erkennen, dass eine Neutralisierung auch durch eine Radikalisierung erreicht werden kann. Der einfachste Weg, die Religionen zu vernichten, ist es, sie gegeneinander aufzuhetzen, damit sie sich bekriegen und vernichten. Ist das nicht intelligent? Die Vernichtung der Religionen ist ein Teilziel, die der Durchsetzung einer „Neuen Ordnung“ (Synthese) massiv dienen wird.

Endziel
„Full spectrum Dominance“ = Herrschaft über alle Bereiche des menschlichen Lebens.

4. Konsequenzen für das individuelle Verhalten


Das Wichtigste: Lassen Sie sich nicht radikalisieren, weder gegen links noch rechts!
Bleiben Sie den propagierten Meinungen und Feindbildern gegenüber kritisch.

Sonst gilt das Gleiche wie im Kapitel Weltbilder beschrieben.

5. Besucherkommentare

One Comment

  • Fotograf Olten on Nov 30, 2017

    Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

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